Wo viel Rauch ist…
Falls am 23. September die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» angenommen wird, so hat der Tabakverband aus PR-Zwecken beschlossen, der Lungenliga ein Paket Zigarren zu schicken. Fat Ladies. Damit sie das Ergebnis so richtig feiern können. Hab ich jedenfalls gehört. Gerüchte besagen auch, dass der Tabakverband früher eigentlich den Namen Lungenliga für sich beanspruchen wollte. Alternativ haben sie sich jetzt für das elitäre Smokingliga entschieden. Verkauft sich eben besser als Blablaverband. Die Kampfstillerinnen von der La Leche League würden sich ja auch nie ordinär einfach Brustverband nennen. Nein! Die! Spanisch! Englische! Milchliga! Das wiederum stört den Milchbauernverband, der gerne auch eine Liga wäre, aber eben nicht eine Kuhliga, Euterliga oder eine Latteliga. Obwohl, das wäre rechtlich auch schon schwierig, weil die Pornoindustrie viele verlustigte Organnamen für sich reserviert hat. (Darum heisst das Blaukreuz ja auch nicht Leberliga. Fragt mich jetzt nicht, was für eine Ausrichtung Lebersexuell ist, ich habe keine Ahnung.)

Ich gebe zu, ich bin ein bisschen abgeschweift. Thema war das Passivrauchen. Wieso kann sich die Lungenliga nicht einfach in Gesundermenschenverstandliga umbenennen und ihr Programm dementsprechend gestalten? Essrestaurants Pfui, gekennzeichnete Raucherbars Hui. Gibt es denn keinen Dachverband für Organlobbyligen, der hier mässigend eingreift? Die alles kontrollierende Kopfliga sozusagen? Gut, Sänger Bligg würde sagen, dass die Arschlochliga die Kontrolle hat. Aber ich fürchte, dieser Posten wurde schon vom Finanzsektor besetzt.
Nun. Langer Sinn, kurze Geschichte: Vielevieleviele Verbote geben vielevieleviele rauchende Köpfe und das ist der Gesellschaft gesundheitlich mindestens so abträglich. Und wem nach diesem Text der Kopf raucht, dem kann ich nur eine Friedenspfeife anbieten. Oder ein Glas Milch.


PS. Ist die obere Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» die logische Fortsetzung der Passivrauchen-Initiative? Weil wir dann alle so alt werden?

PPS. Was ich schon immer wissen wollte: Ist die Lärmliga für oder gegen Lärm?

Wo viel Rauch ist…

Falls am 23. September die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» angenommen wird, so hat der Tabakverband aus PR-Zwecken beschlossen, der Lungenliga ein Paket Zigarren zu schicken. Fat Ladies. Damit sie das Ergebnis so richtig feiern können. Hab ich jedenfalls gehört. Gerüchte besagen auch, dass der Tabakverband früher eigentlich den Namen Lungenliga für sich beanspruchen wollte. Alternativ haben sie sich jetzt für das elitäre Smokingliga entschieden. Verkauft sich eben besser als Blablaverband. Die Kampfstillerinnen von der La Leche League würden sich ja auch nie ordinär einfach Brustverband nennen. Nein! Die! Spanisch! Englische! Milchliga! Das wiederum stört den Milchbauernverband, der gerne auch eine Liga wäre, aber eben nicht eine Kuhliga, Euterliga oder eine Latteliga. Obwohl, das wäre rechtlich auch schon schwierig, weil die Pornoindustrie viele verlustigte Organnamen für sich reserviert hat. (Darum heisst das Blaukreuz ja auch nicht Leberliga. Fragt mich jetzt nicht, was für eine Ausrichtung Lebersexuell ist, ich habe keine Ahnung.)

Ich gebe zu, ich bin ein bisschen abgeschweift. Thema war das Passivrauchen. Wieso kann sich die Lungenliga nicht einfach in Gesundermenschenverstandliga umbenennen und ihr Programm dementsprechend gestalten? Essrestaurants Pfui, gekennzeichnete Raucherbars Hui. Gibt es denn keinen Dachverband für Organlobbyligen, der hier mässigend eingreift? Die alles kontrollierende Kopfliga sozusagen? Gut, Sänger Bligg würde sagen, dass die Arschlochliga die Kontrolle hat. Aber ich fürchte, dieser Posten wurde schon vom Finanzsektor besetzt.

Nun. Langer Sinn, kurze Geschichte: Vielevieleviele Verbote geben vielevieleviele rauchende Köpfe und das ist der Gesellschaft gesundheitlich mindestens so abträglich. Und wem nach diesem Text der Kopf raucht, dem kann ich nur eine Friedenspfeife anbieten. Oder ein Glas Milch.

PS. Ist die obere Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» die logische Fortsetzung der Passivrauchen-Initiative? Weil wir dann alle so alt werden?

PPS. Was ich schon immer wissen wollte: Ist die Lärmliga für oder gegen Lärm?

Das schönste und traurigste Ende einer Kurzgeschichte: Marcel Proust, Regrets et Rėveries.  (Wurde mit Instagram aufgenommen)

Das schönste und traurigste Ende einer Kurzgeschichte: Marcel Proust, Regrets et Rėveries. (Wurde mit Instagram aufgenommen)

Der Bettlerkelch

Ihr kennt das. Einmal quer über den Bahnhofplatz laufen kostet. Hier wird musiziert, dort für ein Projekt gesammelt. Andere schnorren sich strategisch gut neben dem Billettmünzautomaten durch. Und ich? Ich gebe. Meistens. Und wenn ich nicht gebe, denke ich eine Stunde darüber nach, ob ich hätte geben sollen. Es ist ja schliesslich kalt. Und ich habe mir grad ein paar tolle Stiefel gekauft. 

«Da liegt ja wohl ein bisschen Münz für die Notschlafstelle drin», denke ich auch diesmal und schaue dem Typ nachdenklich hinterher. Oder besser gesagt, hinterdenklich nach. Denn noch während ich mir seine Höllenqualen des Nachts auf dem Pappkarton vorstelle, sehe ich (mit staunend geöffnetem Mund – sah wohl doof aus), wie er mit dem Geld den Selecta-Automaten füttert. Cola! Ausgerechnet Cola. Eine überteuerte Kleinflasche. Aus dem Automaten. Nicht irgendein Migros-Budgetdings, wie das angemessen gewesen wäre. Oder wie ich Minidiktatorin das wohl angemessen fand? Es war mein Geld. Ich habs ihm gegeben. Jetzt ist es seins. Punkt. Bin ja schliesslich keine Grosskapitalistin.

Ich beobachte die umstehenden wartenden Nichtalmosengeber. Wenn der Bettlerkelch für einmal nicht an ihnen vorbeizieht, haben sie sich fixe Strategien zurechtgelegt.

Die da wären: 

Ignorieren: Essen, rauchen, telefonieren, angestrengte Unterhaltung, auf den Boden oder in den Himmel blicken, mit den Kindern schimpfen.

Belehren: «Such dir einen Job!», «Geh zur Drogenberatungsstelle!», «Geld kriegst du keins, aber du kannst meine angebissene Bratwurst haben.», «Du könntest doch Surprise verkaufen oder mit Hunden spazieren gehen.»

Vorzeigenett (ich): «Hier, Geld, aber…»

Leistungsorientiert: «Affe mach mal, dann geb ich dir.»

Belohnen für ansprechende Darbietungen: Erkennen der Melodie oder witzige Anfrage: «Hallo, meine Name ist Ugo und mir fehlt noch H».

So oder so. Die Sache ist für beide entwürdigend. Ich persönlich habe für mich festgelegt, Münzen, die sich aus Faulheitsgründen in der Hosentasche und nicht im Portemonnaie befinden, an die Strasse weiterzugeben. Und wenn ich einmal kein Geld im Hosensack habe, sage ich freundlich, aber bestimmt Nein. Denn auf eine anständig gestellte Frage hat jeder und jede eine anständige Antwort verdient. Und das gilt nicht nur für Bettler.

knitterfest:

YOUR Life!

knitterfest:

YOUR Life!

Giacometti sieht blass aus dagegen :) Für mehr Handseifen in der Dusche.  (Taken with instagram)

Giacometti sieht blass aus dagegen :) Für mehr Handseifen in der Dusche. (Taken with instagram)

+

shortstorey:

…sie wollte Schauspielerin sein, um flexibel in jede Haut zu schlüpfen. Er Fußballer, um Tierhäuten gefüllt mit Luft hinterherzulaufen…

to tw +

Das Fundament

Ein wunderschöner Gastbeitrag von @DylanDogger. Vielen Dank.
 


Das Fundament

Entstanden, geboren. Aufrechter Gang.
Die Flügel gestutzt vor lauter Zwang.
 
Der Durst ist gelöscht,
der Hunger gestillt.
 
Die Kraft entfaltet.
Dem Geiste gewillt.
 
Dem Kater gekontert
Die Völle erbrochen.
 
Die Stärke erkannt
und doch fast gebrochen.
 
Geprägt. Durch den Stempel der Vergangenheit
Mut, Opferbereitschaft oder Feigheit?
 
Jetzt fragt sich kämpfen oder kapitulieren?
Die Antwort im Nachhinein kapieren!
 
Richtig oder Falsch. Das Spiel geht wieder los
und jeder erwartet den ersten Stoss.
 
Denken und Handeln losgelöst von Reglement
ist mein erster Schritt für ein solides Fundament.

Die letzte Kommentatorin löscht das Licht bitte.

Vermutlich könnt ihr auf einen Kommentar meinerseits zum Thema Griechenland ebenso verzichten, wie die Griechen auf die Rückkehr zur Drachme. Mit Recht. Ich habe in etwa gleich viel Ahnung von Griechenland wie von Finanzen. Annähernd Null.

Der zweite Gähnfaktor könnte sein, dass das Thema Griechenland mit Lichtgeschwindigkeit in Richtung «abgelutscht» rutscht. Wir müssen also schnellstens handeln. Nicht zuletzt wegen meiner griechischen Freundin, die ihre Religion liebevoll griechisch-paradox nennt. Und auf solchen Humor möchten wir schliesslich nicht verzichten, wegen der paar lächerlichen Euros. (Kleiner Zwischeneinschub, wir Europäer sollten uns sowieso etwas salopper in Euros umbenennen, damit auch schon mal klar ist, welche Prioritäten so ein Menschleinleben in Wirklichkeit noch hat  – Zwischenzwischeneinschub: Schweizer ausdrücklich eingeschlossen).

Als erste Massnahme für das Rettungspaket leihen wir unsere Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf  an Griechenland aus. Die Landesbewohner werden sich schnell an sie gewöhnen, wenn sie ihren zweiten Nachnamen mit dem Wort Papa ergänzt. Und Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird auf Easyjet.com mit Freude das günstigste Ticket für Eveline buchen. Die neue Ministerpräsidentin wird dann schnellstmöglich einen Währungstausch zwischen Griechenland und der Schweiz einleiten. Der Franken ist momentan sowieso zu stark für die gebeutelte Schweizer Wirtschaft. Da käme uns die Drachme gerade recht.

Ausserdem wird griechischen Philosophen künftig verboten, sich auch noch mathematisch und naturwissenschaftlich zu betätigen. Und umgekehrt. Viel zu viel Streuverlust in der heutigen Zeit. Was mich zum nächsten Punkt bringt: Es wird eine Weltsteuer auf den Satz des Pythagoras erhoben, ebenso auf die Benutzung der Achillessehne. Als letzte Massnahme prüft der Verein Pro Spezie Rara eine Wiederaufnahme von Züchtung und Verkauf extrem seltener griechischer Tierrassen wie dem Minotaurus.

Alles klar? Oder wie schon der griechische Ministerpräsident Charilaos Trikoupis in seiner Regierungserklärung 1892 resümierte: «Bedauerlicherweise sind wir bankrott».

Wie cool ist das denn?! Hockenheimer vom NJUSTUDIO.

Wie cool ist das denn?! Hockenheimer vom NJUSTUDIO.

Schwören Sie!

Sind Sie ein Fan von Verschwörungstheorien? Nun, ich bin sicher, Sepp Blatter hat sich mit seiner unkonventionellen Auffassung von optimalen Wahlprozederen einen Platz auf Ihrer ewigen Bestenliste ergattert. Beim mir zumindest hatte er es in die Top-Ten geschafft. Irgendwo hinter den Schlümpfen, bekanntermassen eine Erfindung des Ku-Klux-Klans und hinter dem immer noch in den Kellern dieser Welt wandelnden und singenden Elvis. Und natürlich der Frau mit der Sonnenbrille, die jeden Tag verdächtig langsam an meinem Blumenbeet vorbeiläuft, besser gesagt an meinem «Dort-sollten-eigentlich-Blumen-sein-Beet.

Letzte Woche hat sich völlig unerwartet ein neuer persönlicher Topfavorit in die Liste geschlichen. Stellen Sie sich vor, eines schönen Morgens liegt ein Buch mit dem Titel «Mieses Karma» ohne Kommentar in Ihrem Briefkasten. Und noch am selben Tag finden Sie «Die Chemie des Todes» auf Ihrem Arbeitsplatz vor. Notabene vom gleichen Verlag und mit dem selben Aufkleber. Man stelle sich das mal vor – der selbe Aufkleber! Nun kann man entweder paranoid reagieren oder gelassen auf eine Erklärung warten. Raten Sie mal, welche Möglichkeit ich gewählt habe… Schlussendlich, nach gründlichem Überlegen, Taktieren und einem peniblen Ausschlussverfahren, wurde zusammen mit einem immensen Beraterstab beschlossen, die Bücher einfach wegzuwerfen. Ja, ich weiss, Bücher wegwerfen ist ein absoluter Frevel und unverzeihlich. Aber es musste sein. Um meines Karmas willen.

Meine Bekannte, die sich einen Tag später erkundigte, wie mir denn das ausgeliehene Buch gefalle, sah das leider anders. Und auch meine Arbeitskollegin, die ihre Zug-Bahn-Bus-Zwischendurch-Lektüre inzwischen vermisste, hatte absolut kein Verständnis dafür. Die Moral von der Geschicht ist offensichtlich und ich bin geheilt. Und dabei sogar noch einigermassen gut weggekommen. Es hat mich nur zwei neue Bücher gekostet. Und ein paar Punkte auf der Beliebtheits-Skala. Schliesslich hätte es ja auch sein können, dass ich in einer zukünftigen Neuauflage von Vater Abrahams Schlumpflied negativ erwähnt werde.

Aber die «Therapie» war so wirksam, dass ich sogar das jährliche Ritual der 10-prozentigen Erhöhung meiner Krankenkassenprämien als gegeben hinnehmen kann. Da kann niemand etwas dafür oder dagegen. Nicht mal in einem Wahljahr wie diesem, in dem die Wünsche der Schweizerinnen und Schweizer so effektvoll untersucht werden wie das Zürcher Abwasser nach der Street Parade. Und es wird mich auch niemand, absolut NIEMAND, dazu bringen, zu behaupten, Europa kümmert sich nur in jenen arabischen Krisengebieten, die genügend – aber nein, lassen wir das. Denn konspirative Theorien sind für mich nun komplott passé. Ich verschwöre es!